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23|11|2017
 
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Die Rohre für den Brunnenschacht.
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Der Bohrkopf.
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Das Schüttrohr zur Trennung der groben und feinen Filterschichten wird herabgelassen.
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Der Filterkies wird in das Bohrloch hinabgelassen.
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Schaltwarte in Minstedt
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Eingang zum Reinwasserbehälter in Minstedt

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Die Wasserförderung

Das Wasser wird aus Erdbrunnen gefördert. Der Wasser­versorgungsverband Bremervörde besitzt zur Zeit 30 Brun­nen, das sind mehr, als alle anderen Wasserversorgungs­unternehmen im Landkreis Rotenburg zusammen haben. Bei weiter steigendem Wasserverbrauch müssen neue Brunnen gebaut werden. Das ist rechtlich nach den Bewilligungen noch möglich.

Die älteren Brunnen haben eine Tiefe von 32-100 Meter. Die neuen Brunnen sind zwischen 100 und 190 Meter tief, der tiefste Brunnen gehört zum Wasserwerk Tarmstedt.

Der Bau eines Brunnens ist ein langwieriges Verfahren. Zunächst ist das gesamte Verbandsge­biet geoelektrisch vermessen worden, um fest­zustellen, wo vermutlich Grundwasser in aus­reichender Menge vorhanden ist. Dann müssen Probe- und Aufschlussbohrungen gemacht wer­den, bei denen man sieht, wie viele verschiedene Schichten in der Erde sind. Erstaunlich ist, was bei solchen Bohrungen zutage gefördert wird. So ist zum Beispiel bei dem letzten Brunnen, der in Groß Meckelsen gebaut wurde, aus etwa 120 Meter Tiefe Holzkohle her­ausgeholt worden, die so frisch aussah, als wenn sie gerade in einem Geschäft gekauft worden wäre.

Wenn die Probebohrungen erfolgreich verlaufen sind, kann mit dem Bau eines Förderbrunnens begonnen werden. Im nahen und weiteren Umfeld um die Hauptbrunnen werden Beobachtungsbrunnen gebaut, in denen regelmäßig der Grundwasserstand kontrolliert wird. Die Beobachtungs­brunnen sind unterschiedlich tief. Einige reichen nur in den oberen und andere bis in den unteren Grundwasserstock. Das Trinkwasser wird aus dem unteren Grundwasserstock gefördert. Deshalb werden Brunnen nur dort ge­baut, wo zwischen dem oberflächennahen Grundwas­ser und dem unteren Grundwasserstock ausreichende Deckschichten vorhanden sind.

In den Anfangsjahren des Verbandes waren die Me­thoden, Wasser im Untergrund aufzuspüren, technisch noch nicht so ausgereift wie heute. Bei späteren Unter­suchungen sind wasserführende, eiszeitliche Rinnen­systeme gefunden worden, so auch in den Gemeinden Tarmstedt und Groß Meckelsen. Drei bis zu 190 m tiefe Brunnen fördern das Wasser aus diesen Rinnen. Beim Wasserwerk Tarmstedt weiß man sogar, dass ein Brunnen in der Mitte der Rinne steht und der andere am Rande, an der Böschung. Brunnen müssen so angelegt werden, dass sie sich nicht gegenseitig das Wasser wegnehmen. Deshalb stehen die einzelnen Brunnen quer zur Wasser­fließrichtung nebeneinander. Ihr Abstand voneinander richtet sich nach der Menge des anströmenden Wassers.

Das Wasser wird durch Pumpen, die an Rohren in den Brunnen unter Wasser hängen, nach oben gefördert und zu den Aufbereitungsanlagen in das Wasserwerk gedrückt.

­Bei allen Bohrungen im Erdreich muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass durchbrochene Deckschichten zwischen den einzelnen wasserführenden Schichten wieder abgedichtet werden. Sonst fließt Wasser entwe­der aus dem oberflächennahen Grundwasserstock in den unteren, oder, wenn der Druck im unteren Grund­wasserstock höher ist, von unten nach oben.

Es soll hier noch einmal besonders erwähnt werden, dass für die Trinkwasserversorgung kein Wasser aus der Vegetationszone entnommen wird. Im Gebiet des Wasserversorgungsverbandes ist kein Fall eines Vegeta­tionsschadens bekannt geworden.

Bei der Trinkwasserversorgung wird kontrolliert Wasser aus dem Boden entnommen. Leider sind in der Vergangenheit auch Entwässerungsmaßnahmen durchgeführt worden, bei denen die Auswirkungen auf den Grundwasserstand nicht bedacht wurden. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Wassergewinnungsgebiet des Wasserwerkes Oerel, das im Staatsforst Hinzel in der Gemeinde Hipstedt (früher Heinschenwalde) liegt. Hier wurde schon eine Reihe von Jahren an verschiedenen Stellen der Grundwasserstand beobachtet und gemessen, bevor Brunnen gebaut wurden. Dabei ist festgestellt worden, dass der Grundwasserstand um circa einen Meter gefallen ist. Es konnte nicht nachgewiesen werden, worauf das zurückzuführen ist.

Man vermutete aber, dass die Ursache Entwässerungsmaß­nahmen in den Gebieten der Flüsse Mehe und Lune waren. Seit der Wasserversorgungsverband das Wasserwerk Oerel betreibt, ist der Grundwasserspiegel konstant geblieben. Für den Laien ist es sicher erstaunlich, dass der Wasserspiegel in den Brunnen in Abhängigkeit vom Luftdruck geringfügig schwankt.

Im Wasserwerk angekommen, läuft das Wasser über Kaskaden oder wird verdüst. Anschließend wird es gefil­tert und dann in einem Vorratsbehälter gespeichert. Bei der Aufbereitung des Wassers werden keine Chemikali­en zugesetzt. Die Teile, die aus dem Wasser herausgefil­tert werden, insbesondere Eisen und Mangan, werden getrocknet. Sie können danach umweltunschädlich auf einer Deponie gelagert werden.

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